Willkommen in der Kirche St.Joost

Die Kirche, welche Sie hier betreten können, ist unter allen Gotteshäusern im Jeverland nicht nur das kleinste, es gehört zugleich auch zu den jüngsten.

 

Die Gründung dieser Kirche geht nicht wie sonst im Lande üblich auf die Initiative der Dorfgemeinschaft zurück, es waren vielmehr die Herren zweier Güter, Hodens und Maisidden, die sich im 15. Jahrhundert hier eine Privatkapelle errichten ließen. Im Jahre 1497 wird sie als solche urkundlich erwähnt. Die ursprünglich mit flacher Holzbalkendecke versehene Kapelle wurde dann 1542 zur Pfarrkirche erhoben. Jodokus (Joost), ein bretonischer Fürstensohn des 7. Jahrhunderts und Schutzheiliger aller Reisenden, lieh der Kapelle als Kirchpatron seinen Namen. 

 

Die Kirche St.Joost gilt als Wahrzeichen friesischer Ziegelbaukunst. Der Choranbau mit seinen kleinen Fenstern wurde im 17. Jahrhundert angefügt. Der frei stehende Glockenturm aus Backstein und einem ziegelgedeckten Walmdach stammt aus dem Jahre 1773. Im Glockenturm hängen zwei Glocken von 1930 und 1962.

 

Das Gestühl – in früheren Zeiten Familienbesitz – stammt teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert und zeigt in Schnitzarbeit vereinzelt die Hofmarke mit den Anfangsbuchstaben des Sippennamens. So kann man an der kleinen Kirchenbank unter dem Orgelboden lesen, dass diese dem Haie Peters gehörte: HAIE PETERS HAT DIESEN STULV.

 

Das recht seltene, sogenannte spätgotische Faltwerk am Kanzelkorb ist ein Hinweis, dass dieses schöne Stück der Ausstattung nach aus dem späten Mittelalter stammt. Die Kanzel ist bemalt mit goldenen Granatäpfeln, dem alten Sinnbild für die vielfältigen Früchte lebendigen Glaubens. Der Schalldeckel weicht mit seinen Schmuckformen von der Kanzel selbst ab, er wurde erst 1635 hinzugefügt. Der Altaraufsatz von 1827 stellt Christus am Kreuz dar. Der Taufstein wurde 1973 aus einer alten Grabsäule gearbeitet, die ein Einwohner der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Ein Kronleuchter mit 12 Kerzen aus dem Jahr 1696 ziert darüber hinaus die Kirche.

 

Die damaligen Pfarrer der Kirche St.Joost hatten kein leichtes Leben. Die Pfarrei konnte ihren Seelsorger kaum ernähren. Auch die Gebühren für Geburten und Beerdigungen waren sehr gering. So ist eine Eintragung im Kirchenbuch bekannt, in der der damalige Seelsorger sein Unglück kund tat.
„Gestorben: keins, Geboren: meins. Getraut ein einzig Paar, darunter des Küsters Tochter war.“

1909 wurde St.Joost mit Wüppels zu einer Kirchengemeinde vereinigt. Die Gemeinde St.Joost-Wüppels bildet zusammen mit der Gemeinde Pakens-Hooksiel ein Gemeinschaftspfarramt.

 

Viele Besucher fühlen sich in der Kirche St.Joost geborgen. Es wäre schön, wenn es auch Ihnen so ergangen ist und Sie einen Moment der Ruhe und Besinnlichkeit in unserer kleinen Kirche verbracht haben. Vielleicht möchten Sie ja auch gerne einen unserer Gottesdienste besuchen. Im Gemeindebrief, der auch in der Kirche ausliegt, erfahren Sie dazu Näheres.

 

Ihr Gemeindekirchenrat St.Joost-Wüppels

Die Kirche ist vom Frühjahr (Ostern) bis zum Herbst geöffnet. Weitere Öffnungszeiten und Führungen erfragen Sie bitte im Pfarramt

 

Wir bedanken uns für Ihren Besuch und wünschen Ihnen eine gute Weiterfahrt.

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2010 Ev.-luth. Kirche Pakens-Hooksiel St.Joost-Wüppels | 26434 Wangerland | Tel.: 04425/81117 | E-Mail: buero@kirche-hooksiel.de